Faszienbehandlung

Die Ursachen von Skelett- und Muskelbeschwerden liegen sehr häufig in bindegewebigen Verhärtungen und Restriktionen (unflexiblen Faszien). Faszien sind bindegewebige Strukturen, die unseren gesamten Körper wie ein dreidimensionales Netzwerk durchziehen, alle Gelenke, Organe und Muskeln umhüllen und miteinander verbinden. Nerven und Gefäße sind in diesen Faszien eingebettet.

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Fasziale Verklebungen (Restriktionen) können sich im gesamten Körper auswirken und dadurch Stress auf jegliche Strukturen ausüben, die von Faszien umhüllt werden. Verschiedenste Faktoren haben einen Einfluss auf die Faszienspannung. So reagieren Faszien auf negative Einflüsse wie Stress zu geringe oder falsche Bewegungsabläufe sowie schlechter Ernährung.
Faszien dienen nicht nur zur Schutz- und Stützfunktion, sowie zur Kraftübertragung von Muskeln. Durch permanentes Senden von Informationen an das Gehirn spielen sie eine entscheidende Rolle für die Propriozeption in unserem Körper.

Myofascial Release

Bei dieser Behandlung wird besonders auf die Mobilität des Fasziengewebes geachtet. Die geschulten Hände des Osteopathen können abnormale Spannungen und Verklebungen ertasten und mit speziellen Tiefengewebe-Techniken lösen, die Funktion wieder herstellen und Schmerzen lindern.
Für einen langfristigen Erfolg ist ein aktives Training sehr wichtig. Solch ein Training (Faszientraining) kann Übungen mit verschiedenen Geräten, das Release (Entspannen) von Faszien mittels Fazienrollen etc. und das Dehnen der bindegewebigen Strukturen, zum Beispiel mit Yoga, beinhalten.
Zum Faszientraining werden Sie im Rahmen der Faszienbehandlung individuell angeleitet, so dass eine Umsetzung von Eigenübungen im Alltag für Sie zum Kinderspiel wird.

 

Interessanes Video zu Thema Faszien

 

Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos (FDM)

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) wurde 1991 von Dr. Stephen Typaldos D.O. amerikanischer Osteopath, Sport- und Notfallmediziner, entwickelt.

„Das FDM ist ein klinisches Modell, in dem Verletzungen oder andere Krankheitsbilder unter Zuhilfenahme der Körpersprache des Patienten auf ein oder mehrere von sechs pathologischen Veränderungen oder spezifischen Distorsionen der Faszien zurückgeführt werden.“
Dr. S. Typaldos

Fasziendistorsionen sind Verformungen, Verdrehungen oder Verrenkungen von Bindegewebe. Ziel jeder Behandlung nach dem Fasziendistorsionsmodell ist es, Distorsionen der Faszien durch gezielte Behandlungstechniken zu korrigieren. Mit dieser Korrektur kann eine rasche Linderung der Schmerzsymptomatik und eine Bewegungsverbesserung erzielt werden.

Die Diagnostik ergibt sich durch die Art und Weise, wie sich die Probleme zeigen sowie aufgrund einer speziellen Palpation des Gewebes. Dabei wird jede Verletzung auf der Grundlage der subjektiven Beschwerden, wie Körpersprache, Verletzungsmechanismus und objektive Anzeichen, betrachtet. Dabei ist wichtig, wie die Beschwerden empfunden werden, wo und wann sie auftreten und wie sie entstanden sind. Daraus können die Beschwerden in verschiedene Distorsionen unterteilt werden, um eine gezielte Therapie zu entwickeln und anzuwenden.
Schwerpunktmäßig wird diese Behandlungsform bei muskuloskelettalen Beschwerden am Bewegungsapparat eingesetzt, aber auch bei neurologischen Erkrankungen.

In diesem kurzen Info-Video bekommen Sie einen Einblick in die FDM-Behandung

 

MyofascialesTaping nach Erhard®

Bewegungseinschränkungen, Kompensationen, Dysfunktionen und vor allem Schmerzen am Bewegungsapparat entstehen oft durch eine zu hohe Spannung in den Myofaszien, also in den bindegewebigen Muskelhüllen (Myo = Muskel, Faszie = bindegewebige Hülle).

Wird diese Spannung normalisiert, kann der Muskel wieder normal arbeiten, die Bewegung ist nicht mehr eingeschränkt und die Bewegungsqualität verbessert sich. Schmerzen werden deutlich gelindert bzw. beseitigt.
Durch spezielle Anlagetechniken mit dem Flexotape® auf bestimmte Bereiche des Körpers, wie z. B. Muskel- und Faszienketten, können die Myofaszien beeinflusst und damit Fehlspannungen gelöst werden. Muskel-, Sehnen- und Schmerzrezeptoren werden dazu gebracht, dass verspannte und schmerzhafte Anteile der Muskulatur wieder entspannen können und eine normale Funktionalität wieder hergestellt wird. Einen positiven Einfluss hat das myofascialeTapen auch auf das Lymphsystem und das vegetative System.
Mit der Methode des myofascialenTapens können die Faszien und Faszienrezeptoren auf zwei Arten beeinflusst werden: mechanisch und neuronal-propriozeptiv.

MyofascialesTaping ist kein kinesiologischesTaping
Der Unterschied zum kinesiologischenTaping besteht darin, dass beim myofascialenTaping die Anatomie ganzheitlich im Sinne der Faszienintegration betrachtet wird. Damit sind spannungsabhängige Zusammenhänge des ganzen myofaszialen Systems gemeint. Im Vergleich zum kinesiologischenTaping kann hier eine größere Verschiebung der Faszie erreicht werden. Eine myofasziale Balance (Gleichgewicht) wird durch eine differenzierte Gewebeverschiebung (mechanischer Release, Entspannung) sowie eine gezielte Rezeptorensteuerung (neurologischer Release) erreicht. Des Weiteren führt eine Aktivierung der Myofaszien durch eine funktionelle Ansteuerung der Faszienrezeptoren zu einer Druckentlastung, Entlastung der Muskeln und Gelenke und zu einem myofaszialen Release. Dabei wird kein zirkulatorischer Stau, sondern eine erhöhte Zirkulation erreicht.

 

Anwendungsbeispiele

  • Kopfschmerzen
  • Schulter-Arm-Syndrome
  • Tennis- und Golfellenbogen
  • Rückenschmerzen
  • Ischiasbeschwerden
  • Kniebeschwerden
  • und weitere

Die Vorteile eines myofascialen Tapes bestehen darin, dass Schmerzen schnell und zuverlässig beseitigt werden können. Sowohl die Maximalkraft als auch die Dehnfähigkeit und die Regenerationsfähigkeit nach dem Sport können erhöht werden. Des Weiteren wird die sportliche Leistung optimiert sowie das Verletzungsrisiko reduziert. Deshalb findet diese Methode des Tapens sowohl in der Sportphysio als auch in der Sportosteopathie ihre berechtigte Anwendung.

Je nach gewünschtem Effekt wird das Tape mit oder auch ohne Spannung auf genau ausgewählte Bereiche des Körpers angelegt. Dazu müssen Gelenke und Muskeln in verschiedenen Ausgangsstellungen vorpositioniert werden, weshalb die Selbstanlage eines Tapes meist nicht optimal erfolgen kann, und somit nicht den gewünschten Erfolg bringt.Um einen bestmöglichen Behandlungseffekt zu erzielen, ist es ratsam, sich ein Tape nur durch einen erfahrenen Therapeuten anlegen zu lassen.

Gerne beraten wir Sie zum Thema myofascialesTapen.

Medical Flossing

Eingebettet in die aktuelle Faszienforschung ist Flossing eine Methode, die auch hartnäckige Restriktionen und Dysfunktionen regulieren und beseitigen kann. Es lässt sich hervorragend mit Taping und Funktional (Myofascial) Training kombinieren. Das Flossband wird mit hoher Kompression um die betroffenen Stellen wie Muskulatur oder Faszien und Gelenke gewickelt und anschließend mittels spezieller Übungen mobilisiert. Durch diese Kombination der Flossing-Anlage und Übung wird die Beweglichkeit von Gelenken, der Kraftfluss und die Elastizität von Muskeln und Faszien gefördert. Ebenso können akute und chronische Schmerzen im Bewegungsapparat gelindert werden.

www.medical-flossing.de

Naturheilkunde

Begleitend zur Osteopathischen Medizin ergänzen wir unser Leistungsspektrum mit verschiedenen Anwendungen aus der Naturheilkunde, die – ebenso wie die Osteopathie – die Selbstheilungskräfte des Organismus unterstützen.